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TDSC® - Terror and Disaster Surgical Care

Terrorlagen sind durch besondere Merkmale charakterisiert und weisen dadurch wesentliche Unterschiede zum Massenanfall von Verletzten (MANV) und zu den im Alltag häufigen und bekannten schweren Verletzungen (z.B. nach Verkehrsunfall) auf. Diese Merkmale sind:

  • Hoher Anteil penetrierender Verletzungen, insbesondere Schuss- und Explosionsverletzungen
  • Hoher Anteil kritischer Hämorrhagien
  • Hohe Komplexität und Dynamik der Lage, z.B. durch Second-Hit-Ereignisse
  • Hohe Bedeutung des Selbstschutzes, z.B. bei Rettung unter Beschuss
  • Essentielle Bedeutung der Kooperation mit der Polizei und anderen Einsatzkräften in Krisenstäben und am Einsatzort

Die Besonderheiten des TerrorMANV machen oftmals eine Modifikation der bekannten und geübten Prozesse erforderlich. Während bei individualmedizinischer Perspektive gilt „Der Patient bestimmt die Versorgung“ gilt beim TerrorMANV: "Die Lage bestimmt das Vorgehen und die Versorgung".

Aus der Einsatzchirurgie sind vergleichbare Versorgungsprinzipien bekannt und erprobt. Die militärischen Kolleginnen und Kollegen der Bundeswehr bzw. des Sanitätsdienstes der Bundeswehr bringen hier ihre jahrelangen praktischen Erfahrungen ein.

Das Kursprogramm adressiert klinisch erfahrene Ärzte ab Facharztniveau, die in ihren Kliniken organisatorische und chirurgische Verantwortung übernehmen – in der Notaufnahme, im OP, auf der Intensivstation, im Rettungsdienst und in Krisenstäben. Der TDSC®-Kurs setzt also Kenntnisse der individualmedizinischen Versorgung auf Expertenniveau voraus. Der Kurs baut auf diesen Kenntnissen auf und ergänzt die bei Terrorlagen entscheidenden taktisch-strategischen Kompetenzen.

Das TraumaNetzwerk DGU® bietet eine ideale Grundlage für die Vorbereitung auf Terrorlagen und die Versorgung von Terroropfern. Noch stärker als bei der klassischen Versorgung eines „zivilen“ Schwerstverletzten stehen dabei aber fachübergreifende Kompetenzen im Vordergrund, zu denen neben der innerklinischen Sichtung und Versorgung auch organisatorische Aspekte gehören (z.B. Materialvorhaltung, Schutz der Klinik).

Daher wurde der TDSC®-Kurs in enger Zusammenarbeit mit anderen chirurgischen und militärischen Fachgesellschaften entwickelt.

  • Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin
  • Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin
  • Deutsche Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie
  • Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin